Geschichte an der Ecke
„Warum heißt das Rattenfängerhaus eigentlich Rattenfängerhaus? Hat der Rattenfänger da gewohnt?“, werden sich viele Besucher des prachtvollen Gebäudes an der Abzweigung er Bungelosenstraße von der Osterstraße fragen. Die Antwort findet man, wenn man einen Blick zurück in die Geschichte des Hauses wirft – oder die in einem Holzbalken angebrachte Innschrift liest.
Dort steht geschrieben: ANNO 1284 AM DAGE JOHANNIS ET PAULI WAR DER 26. JUNI - DORCH EINEN PIPER MIT ALLERLEY FARVE BEKLEDET GEWESEN CXXX KINDER VERLEDET BINNEN HAMELN GEBOREN - TO CALVARIE BI DEN KOPPEN VERLOREN.
Die Inschrift erzählt dem Betrachter, dass am 26. Juni 1284 130 Kinder von einem Rattenfänger mit einer Flöte aus Hameln entführt wurden. Der Sage nach führte der Rattenfänger die Kinder durch die eben genannte Bungelosenstraße aus der Stadt hinaus. Den Namen verdankt die Straße dem anschließend verhängten Verbot des Musizierens in dieser Straße: „bungelos“ bedeutet so viel wie „trommellos“.
Seit 1900 heißt das Eckgebäude nun bereits Rattenfängerhaus und erinnert an die Sage, die Hameln bekannt gemacht hat. Das Haus gehört der Stadt Hameln und im Moment findet sich darin ein Restaurant. Neben Getränken und Speisen wie den flambierten Rattenschwänzen erwarten den Gast hier auch ein „Feierabendmuseum“ mit zahlreiche Gemälde, Landkarten und Holzschnitzereien. Geschichte wird im Rattenfängerhaus eben seit jeher großgeschrieben.